Praxis Prof. Hempen & Kollegen

TCM-Magazin

Lebensmittel Sellerie

Stangensellerie – Muntermacher im Frühling

Der Stangensellerie, auch Bleichsellerie oder Staudensellerie genannt, ist mittlerweile auch bei uns ein sehr gängiges Gemüse und fast ganzjährig im Handel. In China wird er hauptsächlich im Winter oder Frühjahr geerntet, wo er seine höchste Kraft entfaltet. Er gilt dort als eine der Hauptgemüsesorten und findet vielfältige Verwendung. Als Knollen- und Wurzelgemüse ist sein gesundheitlicher Nutzen über Jahrtausende belegt und wird gezielt in der TCM eingesetzt.

Der Frühling, dem er schon wegen seiner Farbe zugeordnet wird, gilt als Wandlungs-phase HOLZ und entspricht dem Funktionskreis „Leber“, dem sogenannten „Modulator des Qi“, der Lebensenergie. Diese macht ja im Frühling einen riesigen Schritt vorwärts, alles wächst und gedeiht und drängt nach außen.

Zur Klassifikation von Lebensmitteln gelten in der TCM andere Kriterien als in der westlichen Ernährungswissenschaft. Sie werden hier nicht nach ihren Inhaltsstoffen (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe) beurteilt, sondern nach ihrem Temperaturverhalten, der Geschmacksrichtung, der energetischen Wirktendenz und dem Organkreisbezug klassifiziert. So kann eine sehr differenzierte Therapie erfolgen.

Die chinesische Diätetik nutzt nun die kühle Temperatur und den süßen, leicht bitteren Geschmack des Stangenselleries ganz gezielt für die Behandlung von Erkrankungen des Leber-Funktionskreises. Dazu gehören sogenannte „Wind-Erkrankungen“: Erkältungen, die durch Zugluft, Klimaanlagen, Wind entstehen, auch Heuschnupfen, der oft die Augen betrifft, gehört in dieses Spektrum.
Der Sellerie wirkt besänftigend auf diesen Funktionskreis, leitet den Wind aus, senkt das Qi ab und kühlt etwas die manchmal „überschießenden Frühlings-aktivitäten“. Dies gilt auch im übertragenen Sinn für Stress, der einen oft anfliegt wie „Wind“ und der Migräne, Kopfschmerzen, Tinnitus, Schwindel verursacht.
Weitere Wirkung zeigt der Stangensellerie bei Störungen der Monatsblutung. Durch seine ätherischen Öle hilft er auch bei verringertem Appetit und Übelkeit. Sehr wirksam ist sein Saft.

Nach westlicher Ernährungswissenschaft enthält der Sellerie viel Vitamin K, außerdem Kalium, Kalzium und Mangan. Für Vegetarier und Veganer oder Menschen, die keine Milchprodukte zu sich nehmen können oder wollen, ist er daher eine wunderbare Erweiterung des Speiseplans.

Seine Verwendung ist sehr vielfältig: roh über Salate und Suppen, gedünstet in Gemüsepfannen mit Reis, als Füllung mit Tomaten und anderem Gemüse in Wraps und Pfannkuchen. Auch kurzgebraten zu Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten ist er schmackhaft. In China wird er gerne in Salz oder Sojasauce eingelegt. Das verstärkt seine kühlende Wirkung.

Sein frisches Grün ist immer ein Farbtupfer in vielen Gerichten und er symbolisiert damit den Frühling auf dem Teller!


 

 

Petra Braun, Ernährungsberatung, Diätetik

Praxis Prof. Hempen & Kollegen, München,
Fachärztliches Zentrum – Chinesische Medizin (TCM) und Akupunktur


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