Praxis Prof. Hempen & Kollegen

TCM-Magazin

TCM Tipps gehmeidtion

Machen Sie sich fit für das Frühjahr mit einer Gehmeditation

 

Gehmeditdation "Atmen und Gehen"
Diese Gehmeditation wird draußen an der frischen Luft durchgeführt. Suchen Sie sich eine schöne Spazierstrecke im Grünen, und gehen Sie in normalem, bequemem Tempo los. Lassen Sie Ihren Atem natürlich fließen, und beobachten Sie zu Beginn nur, wie viele Schritte Sie für das Ein- und wie viele Sie für das
Ausatmen brauchen. Lassen Sie sich dafür ruhig Zeit; es ist oft gar nicht so einfach, seine persönliche Schrittzahl pro Atemzug zu ermitteln, ohne dass man seine Atemfrequenz verändert. Strengen Sie sich nicht an, wenn Sie in Gedanken abschweifen. Bringen Sie vielmehr sanft Ihre Aufmerksamkeit wieder zurück, und beobachten Sie Ihren Atem, während Sie gehen. Nach einiger Zeit werden Sie Ihren persönlichen Rhythmus und eine Zahl gefunden haben. Nun beginnen Sie mit der Übung.
Ein Atemzyklus besteht aus einer Einatmung und einer Ausatmung. Nehmen wir an, Sie brauchen für eine Ausatmung und für eine Einatmung jeweils 4 Schritte. Gehen Sie erst einmal für 16 Atemzyklen in Ihrem Grundrhythmus: 4 Schritte einatmen, 4 Schritte ausatmen. Dann lassen Sie Ihre Einatmung gleich, steigern aber die Schrittzahl pro Ausatmung.

Die nächste Stufe ist in unserem Beispiel also, für 16 Atemzyklen 4 Schritte einzuatmen, dann aber 5 Schritte lang auszuatmen. Gelingt Ihnen dies mühelos, gehen Sie zur nächsten Stufe über: Sie atmen immer noch 4 Schritte ein, atmen nun aber 6 Schritte lang aus, wieder für 16 Atemzyklen. Achten Sie darauf, nicht aus der Puste zu kommen. Wenn das der Fall ist, reduzieren Sie die Zahl der Schritte pro Ausatmung, bis Sie sich wohl fühlen. Am besten setzen Sie fest, wie lange der Spaziergang dauern soll, beispielsweise 30 Minuten. Sie schaffen vielleicht bis zu 7 Schritte pro Ausatmung, ohne aus der Puste zu kommen. Dabei bleiben Sie dann, bis die 30 Minuten vorbei sind. Vergleichen Sie: Wie haben Sie sich zu Beginn des Spaziergangs gefühlt, wie geht es Ihnen jetzt?

Diese Bewegungsmeditation ist hervorragend für Menschen mit einer Blockade der Funktiosnkreise Holz ( und auch Funktiosnkreis Erde bzw. Funktiosnkreis Metall) geeignet. Gerade der Holz-Typ profitiert am meisten von Bewegung. Finden Sie EINE sportliche Betätigung, die Ihnen gefällt und die Sie gut durchführen können. Nun gilt: Vereinbaren Sie mit sich selbst, diesen Sport auch regelmäßig durchzuführen, am besten dreimal die Woche. Finden Sie ein gutes und realistisches Maß, zum Beispiel jeweils 30 Minuten, es darf auch mehr sein. Es ist aber nicht notwendig, zwei Stunden zu rennen, bis Sie nicht mehr können. Das Ziel ist nicht die Erschöpfung, sondern ein guter Qi-Fluss. Wenn Sie sich nach dem Sport nicht völlig ausgepowert, aber energetisch frisch fühlen, haben Sie es richtig gemacht.



Qigong-Übung für den Frühling
Nehmen Sie zuerst die Grundstellung (Reiterstand) ein. Dazu stellen Sie sich bequem hin, die Füße schulterbreit auseinander, Knie und Hüften leicht gebeugt. Ziehen Sie Ihr Kinn ganz sanft zurück, so kann sich Ihre Halswirbelsäule aufrichten. Stellen Sie sich vor Ihrem geistigen Auge vor, an Ihrem Scheitel wäre ein Gummiband befestigt, das Sie sanft nach oben zieht. Am unteren Ende Ihrer Wirbelsäule ist ein Faden mit  einem kleinen Gewicht befestigt und so haben Sie das Gefühl, als würden Sie sich jeden Moment hinsetzen. Die Arme hängen entspannt herunter. Atmen Sie ruhig und tief ein und aus. Nun stellen Sie sich vor, Sie sind ein kraftvoller Bambus, der fest in der Erde wurzelt und seine zarten Blätter der Sonne entgegenstreckt. Spüren Sie, wie ein leichter Wind durch Ihre Blätter fährt, und beginnen Sie, sanft hin und her zu schwanken. Sie sind ein Bambus, der im Wind wiegt. Lassen Sie Ihr Schwingen zu und finden Sie Ihren Rhythmus.Genießen Sie die sanfte Bewegung und das Gefühl von Harmonie.

Machen Sie diese Übung mindestens
15 Minuten lang, 30 Minuten sind optimal.


 

aus dem Buch "Fernöstliche Heilkunst für die Seele" Trias Verlag

Praxis Prof. Hempen & Kollegen, München,
Fachärztliches Zentrum – Chinesische Medizin (TCM) und Akupunktur


TCM auf Universitätsniveau.